Mittwoch, 29. Juli 2015

Abschied möglichst mit dem Aufstieg

Silvio Henke ist scheinbar unermüdlich. Auch mit 36 Jahren sorgt der Offensivmann in den gegnerischen Strafräumen noch für ordentlich Wirbel - und das wohlgemerkt im Herrenbereich. Bei seinem neuen Verein Kuhfelder SV ist der Brietzer natürlich der Senior im jungen Team von Trainer Günther Serien.

Silvio Henke möchte für den Kuhfelder SV noch einmal mindestens zwei Jahre Vollgas geben. Foto: Florian Schulz VOLKSSTIMME

Silvio Henke möchte für den Kuhfelder SV noch einmal mindestens zwei Jahre Vollgas geben. Foto: Florian Schulz VOLKSSTIMME

(Quelle: Volksstimme) Kuhfelde/Brietz l Zwar hat Silvio Henke in seiner bisherigen Laufbahn nie höher als auf Kreisebene gespielt, doch im Altmarkkreis Salzwedel ist der Routinier trotzdem durchaus eine bekannte Größe. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Henke eine Art Vorzeigeathlet ist. Trotz seiner 36 Jahre ist der Westaltmärker noch fit wie ein Turnschuh und sorgt in den gegnerischen Abwehrreihen noch immer für reichlich Aufregung. Über den SV Brietz und den SV Eintracht Chüden führte sein Weg nun zum Kuhfelder SV in die Kreisliga.

Bei Silvio Henkes Heimatverein SV Brietz herrschte lange Funkstille - bis Henke mit einigen seiner Kumpels den Fußball in der kleinen Ortschaft nahe Salzwedel wieder ins Leben rief. Mit zwölf Jahren baute der Westaltmärker mit seinen Kollegen wieder eine B-Jugend in Brietz, wo es zu diesem Zeitpunkt nicht einmal Männerfußball gab, auf. "Wir haben den Verein damals wieder mit aufgebaut. Wir haben zudem am Platz und am Vereinsheim eifrig gearbeitet", erzählt Henke. Die sportliche Anfangszeit der SVB-Youngster war "schwierig", wie der Westaltmärker verrät. Doch es ging steil bergauf für Henke & Co. "Oftmals sind wir nur knapp am Aufstieg vorbei geschrammt", ärgert sich Silvio Henke noch heute ein wenig über verpasste Meisterschaften mit seinem Heimatverein, dem er bis in den Herrenbereich treu blieb.

2013 löste sich die Brietzer Männertruppe, aktiv in der 2. Kreisklasse Nord und inzwischen zweimal in einer Spielgemeinschaft mit dem ESV Lokomotive Salzwedel und dem Kuhfelder SV II, aus personellen Gründen auf. "Das war natürlich schade, denn wir haben viel in den Verein investiert", so Henke. "Aber wir waren zu diesem Zeitpunkt nur noch vier Leute, deshalb ging es auch nicht weiter", fügt der 36-Jährige, der als Torhüter seine Karriere begann und Ende der 1990er Jahre sogar kurz vor einem Wechsel zum damaligen Landesklasse-Vertreter SG Eintracht Mechau ("Wegen meiner Kumpels habe ich mich dagegen entschieden") stand, an.

Nach Auflösung Wechsel zum SV Eintracht Chüden

Dabei wurde in den 1980er Jahren in Brietz so erfolgreich Fußball gespielt. Die SVB-Herren waren in der Bezirksklasse und später sogar in der Bezirksliga aktiv. Einige Brietzer sind aktuell noch in der Altherrenvertretung der SG Beetzendorf/Brietz/Kuhfelde aktiv, doch an Männerfußball ist beim SVB vorerst wohl nicht zu denken. "Das wird schwierig", weiß auch Silvio Henke. Mit 34 Jahren wechselte Henke zum SV Eintracht Chüden. Dort spielte er wechselweise in der ersten und zweiten Herrenmannschaft. "Ich wollte einfach weiter Fußball spielen", erklärt der Routinier. Der fühlte sich in Chüden, wo er bereits zuvor einige Leute kannte, auch wohl, doch nach zwei Jahren bei der Eintracht sucht Henke sein Heil nun beim Kuhfelder SV, der wie die Chüdener in der Kreisliga unterwegs ist. "Das soll auch meine letzte Station sein. Viele Spieler hier kenne ich noch von früher", verrät der 36-Jährige. Trotz seines Alters fühlt sich Silvio Henke noch fit genug. "Mich reizt es immer noch, die jungen Spieler mitzureißen. Wir haben hier in Kuhfelde sehr gute Spieler dazu bekommen. Das ist eine ohnehin starke Truppe, die eine große Chance hat, oben mitzuspielen", weiß der ehrgeizige Henke.

Silvio Henke wäre natürlich enorm stolz, wenn er mit dem KSV schon in dieser Spielzeit den Aufstieg in die Kreisoberliga realisieren könnte. "Ich möchte wenigstens einmal in meiner Karriere aufsteigen. Das ist mir bislang noch nie gelungen. Sollte das der Fall sein, würde ich vermutlich sofort meine Karriere beenden", sagt der 36-Jährige mit einem Schmunzeln. Der Berufskraftfahrer ist immer mit Einsatz und Elan dabei - ob nun beim Training oder im Spiel.

"Für mich ist das ein guter Ausgleich zum Berufsleben. Ich gebe immer Vollgas. Zudem habe ich immer noch großen Spaß am Fußball", erklärt der Brietzer, der in seiner ersten Saison als Feldspieler seinerzeit Torschützenkönig wurde. "Als ich auf das Feld gewechselt bin, habe ich zunächst als Verteidiger gespielt. Doch das war absolut nichts für mich, also bin ich nach vorn gegangen", erzählt Silvio Henke, der in der Offensive gut aufgehoben war.

Fokus liegt auf der KSV-Herrenvertretung

Für die Altherrenspielgemeinschaft zwischen Beetzendorf, Brietz und Kuhfelde geht Henke nur sporadisch auf Torejagd. "Zwei Spiele an einem Wochenende sind vor allem aus familiären Gründen schwierig. Ich konzentriere mich vorwiegend auf die Herren", erklärt der Routinier. Zwei Jahre würde der Westaltmärker gern noch aktiv sein. "Mit 38 sollte dann eigentlich Schluss sein", so der Brietzer. Für die Kuhfelder Herren wünscht sich Henke, "dass die Jungs so bleiben, wie sie sind, weiter Spaß haben und früher oder später den Aufstieg schaffen". Im Herbst seiner Laufbahn möchte Silvio Henke aber auch selbst mit seinen Toren möglichst noch dafür sorgen, dass der Kuhfelder SV schon 2016/2017 in der Kreisoberliga spielt.

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